«Flucht in die Freiheit»

«Flucht in die Freiheit»

Kammerorchester I TEMPI, Simon Höfele – Trompete, Gevorg Gharabekyan – Dirigent

Samstag, 18. März 2023
2023-03-18 20:00:00 2023-03-18 22:00:00 Europe/Zurich «Flucht in die Freiheit» Kammerorchester I TEMPI, Simon Höfele – Trompete, Gevorg Gharabekyan – Dirigent Don Bosco
 
Türöffnung 19:30
Beginn 20:00
Ende 22:00
 
Don Bosco
Waldenburgerstrasse 34
4052 Basel
Schweiz
 
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Kammerorchester I TEMPI, Simon Höfele – Trompete, Gevorg Gharabekyan – Dirigent

Im Programm:

György Ligeti – Ramifications (Verästelung) für 12 Streicher
Helena Winkelman  – «ICAROS» Trompetenkonzert, Uraufführung
Arvo Pärt – Mein Weg für 14 Streicher und Schlagzeug 

Vardapet Komitas / S. Aslamazian – Armenische Volkstänze 
Béla Bartók – Rumänische Volkstänze

Simon Höfele – Trompete
Gevorg Gharabekyan – Dirigent
Kammerorchester I TEMPI


«Flucht in die Freiheit»

​Es sind heute so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie zuvor. Die grosse Anzahl hilfesuchender Menschen lässt ganze Staaten an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stossen und löst bei deren Bevölkerung Ängste und Verunsicherung aus. Überflutet von Bildern fliehender Menschen in den Medien, fragen wir uns zu selten, was Emigration für den Einzelnen bedeutet.

Im Programm «Flucht in die Freiheit» stehen deswegen Werke von Komponisten im Zentrum, die mit dem Thema Flucht und Vertreibung persönlich in Berührung gekommen sind: György Ligeti befand sich während der Zeit, als die kommunistische Partei die Kommunikation zwischen Ungarn und dem Westen einschränkte mit eigenen Worten in «einer Kultur des ‚geschlossenen Zimmers‘, in der sich die Mehrheit der Künstler für die ‚innere Emigration‘ entschied. Offiziell wurde der ‚sozialistische Realismus‘ oktroyiert […] Geschrieben, komponiert, gemalt wurde im Geheimen und in der kaum vorhandenen Freizeit: Für die Schublade zu arbeiten galt als Ehre».
Vardapet Komitas, der Begründer der modernen klassischen Musik in Armenien, erlebte den Tod und die Vertreibung von unzähligen seiner armenischen Landsleute im osmanischen Reich unmittelbar mit und entkam dem Tod selbst nur sehr knapp. Er verstarb im Pariser Exil in der Psychiatrie. Arvo Pärt verliess sein Heimatland Estland auf Druck der Sowjetregierung. Béla Bartók sagte über seine Flucht vor den Nazis nach Amerika: «[…] ein Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen! Weiss Gott, wie und wie lange ich dort draussen arbeiten kann.»
Helena Winkelman schlägt in ihrem Kompositionsauftrag einen Bogen zum Thema des Konzertes durch die Vertonung der Flucht von Daedalus und Icaros.

Den Verästelungen dieser Gefühlswelten zwischen Verzweiflung, Verlust, Schmerz, Hoffnung, Heimweh, Neugierde auf das Neue und Identitätssuche nachzuspüren, dazu lädt das vorliegende Programm ein.

Künstler

Kammerorchester I TEMPI, Simon Höfele – Trompete, Gevorg Gharabekyan – Dirigent

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