Balladen: Der Apotheker von Chamounix - Gottfri...

Balladen: Der Apotheker von Chamounix - Gottfri...

Die Theater-Bar öffnet 1 h, der Theater-Saal 1/4 h vor Vorstellungsbeginn

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Monday, 18. March 2019
2019-03-18 20:00:00 2019-03-18 22:00:00 Europe/Zurich Balladen: Der Apotheker von Chamounix - Gottfri... Die Theater-Bar öffnet 1 h, der Theater-Saal 1/4 h vor Vorstellungsbeginn Theater Rigiblick
 
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Die Theater-Bar öffnet 1 h, der Theater-Saal 1/4 h vor Vorstellungsbeginn

Der Apotheker von Chamounix
Vorliegende Dichtung stammt aus den achtzehnhundertfünfziger Jahren und verdankt ihr Entstehen unmittelbar dem Erscheinen von Heines "Romancero". Die mit gesteigerter Energie verbundene Geisteswillkür, welche das denkwürdige Buch samt seinem Nachwort abermals beherrschte, reizte zu einer Gegenübung, zu der die eben umlaufende tragikomische Geschichte von einem verunglückten Liebhaber und Apotheker in Chamounix die Einkleidung lieh. Diese Geschichte war ohne Zweifel eine Zeitungsente; um so besser schien sie der luftigen Komödie zum Vehikel zu dienen, einer Kundgebung, die übrigens mehr dem litterarischen Gewissen und der Selbstbefreiung, als einem sterbenden Dichter galt, dem sie wohl eher ein Lächeln abgewonnen, als ihn betrübt hätte. Die Veröffentlichung unterblieb damals aus zufälligen Ursachen. Wenn sie jetzt dennoch stattfindet, so geschieht es, weil das «Zuspät», wenigstens bei Anlaß eines Sammelbuches, ja auch wieder verjährt ist.
Adolf Muschg in "Gottfried Keller" (1977 Kindler Verlag München)


Keller war weder Held noch Riese: davon überzeugte ihn nicht nur der Blick in den Spiegel. Er hat die entsprechende Gestik auch bei andern herzlich gehasst und in seinem Werk die "kleinste Grösse" gesucht - bis zur (selbst für den schweizerischen Sprachgebrauch ungewöhnlichen) Vorliebe für den Diminutiv. Was man bei ihm für "kleinmeisterlich" halten möchte, ist aber alles andere als Biedermeierei: es ist die Fähigkeit - das Glück reift sie nicht - im "Tod einer Mücke" die grosse Verwandtschaft zu bemerken.

Adolf Muschg
Rezitation

Nadja Raess
Gesang

Markus Flückiger
Handorgel

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