AUSTERLITZ

AUSTERLITZ

von W.G. Sebald

mercredi, 4. mars 2020
2020-03-04 20:00:00 2020-03-04 21:30:00 Europe/Zurich AUSTERLITZ von W.G. Sebald Kellertheater Winterthur
 
Ouverture des portes 19:30
Début 20:00
Fin 21:30
 
Kellertheater Winterthur
Marktgasse 53
8400 Winterthur
Suisse
 
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von W.G. Sebald

Eine Koproduktion von Kellertheater Winterthur und Theater Winkelwiese Zürich

"Es kommt mir vor, dass wir, die wir uns noch am Leben befinden, in den Augen der Toten irreale, nur manchmal, unter bestimmten Lichtverhältnissen und atmosphärischen Bedingungen sichtbar werdende Wesen sind."

Jacques Austerlitz entgeht als Fünfjähriger durch einen Kindertransport von Prag nach London dem Holocaust und wächst bei einem calvinistischen Ehepaar in Wales auf, das seine Herkunft nie zur Sprache bringt. Die traumatische Trennung von den Eltern und die gefühlskalte Umgebung des calvinistischen Predigerhauses führen nicht nur zu einem völligen Vergessen der eigenen Vergangenheit, vielmehr blendet der erwachsene Austerlitz lange Zeit die gesamte Geschichte des 20. Jahrhunderts aus und vermeidet damit jede Konfrontation mit seinem eigenen Schicksal; bis er mit über fünfzig Jahren zufällig seiner jüdischen Herkunft auf die Spur kommt. Durch die zufälligen Begegnungen mit dem namenlosen Erzähler des Romans beginnt Austerlitz, seine vergessene und verdrängte Kindheit und damit auch seine „wahre“ Identität zu rekonstruieren. Wie die verloren geglaubte Taube, die im Roman eines Tages mit gebrochenem Flügel ihr Ziel schlussendlich doch noch erreicht, so tastet sich Austerlitz immer tiefer in die Erinnerung hinab, um sich dem Rätsel seiner Herkunft zu stellen.

In der Bühnenfassung von Thomas Sarbacher und Manuel Bürgin kehrt der Erzähler zurück in das Haus, das ihm Austerlitz am Ende des Romans überlässt. Er betrachtet Fotos und Postkarten, findet Aufzeichnungen auf einer Tonbandspule. Der Erzähler beginnt, die Fragmente zu ordnen und gerät über diesen Versuch der Rekonstruktion selber in einen fieber- und wahnhaften Zustand, der demjenigen Austerlitz’ immer mehr ähnelt. Der Erzähler lädt das Publikum ein zu einer Reise in die Vergangenheit, in der wir, so vermutet Austerlitz, Verabredungen haben mit Personen, die jenseits der Chronologie in einem Zusammenhang stehen mit uns. Oft denkt der Erzähler nach über den heimkehrenden Vogel, wie er «quer durch das steile Gelände und um die vielen Hindernisse herum richtig an sein Ziel anlangen konnte». Kein Wunder, es ist die Geschichte seiner eigenen, verspäteten Heimkehr.

DER AUTOR
Winfried Georg Sebald wurde am 18. Mai 1944 in Wertach geboren. Nach dem Studium der Literaturwissenschaft arbeitete er zunächst als Lehrer an einer Privatschule in St. Gallen, dann als Lektor an der Universität Manchester, ab 1970 lehrte er an der University of East Anglia in Norwich. 1988, wurde er Ordinarius für Neuere Deutsche Literatur an der University of East Anglia. Winfried Georg Sebald verabscheute seine Vornamen und nannte sich als Schriftsteller W. G. Sebald. In seinen Büchern beschäftigte er sich mit der Bedeutung der Erinnerung insbesondere in Bezug auf die NS-Herrschaft. Bei seinen Figuren handelt es sich häufig um Außenseiter, die ihre Heimat verlassen haben und im Ausland versuchen, sich neu zu orientieren. In die Texte seiner fiktiven Biografien fügte er Fotos ein. Am 14. Dezember 2001 kam Winfried Georg Sebald bei einem Verkehrsunfall in Norfolk ums Leben.

Artistes

Mit Thomas Sarbacher / Regie: Manuel Bürgin / Ausstattung: Beni Küng / Musik: Sandro Corbat

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