DAS GROSSE HEFT

DAS GROSSE HEFT

EIN MUSIKTHEATER VON LE COLLECTIF BARBARE NACH AGOTA KRISTOFS LE GRAND CAHIER

samedi, 2. mars 2019
2019-03-02 17:30:00 2019-03-02 18:45:00 Europe/Zurich DAS GROSSE HEFT EIN MUSIKTHEATER VON LE COLLECTIF BARBARE NACH AGOTA KRISTOFS LE GRAND CAHIER Kellertheater Winterthur
 
Ouverture des portes 16:30
Début 17:30
Fin 18:45
 
Kellertheater Winterthur
Marktgasse 53
8400 Winterthur
Suisse
 
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EIN MUSIKTHEATER VON LE COLLECTIF BARBARE NACH AGOTA KRISTOFS LE GRAND CAHIER

ZUM STÜCK
Es ist Krieg. Aus dem Bombenhagel der Grossen Stadt bringt die Mutter ihre Zwillinge zur verarmten Grossmutter in ein namenloses Dorf an der Grenze. Ohne Schutz und Fürsorge wachsen die beiden Jungen auf. Was sie zum Leben brauchen, bringen sie sich selber bei. Gegen die Gefühlskälte, die körperlichen Schmerzen, das Grauen des Krieges härten sie sich ab. Im grossen Heft halten sie ihr Dasein fest, den Ausnahmezustand als Alltag.

In einer beklemmend kargen, lakonischen Sprache beschreibt die ungarisch-­‐schweizerische Schriftstellerin Ágota Kristóf in ihrem Roman „Das grosse Heft“ die physischen und psychischen Grausamkeiten, die das Leben der Brüder prägen. Ihr emotionsloses Erzählen, eine Aneinanderreihung von Fakten, ihr unerbittlicher Stil decken die gesellschaftlichen Gewaltverhältnisse auf und zeichnen ein Bild aus szenischen Miniaturen mit erschreckend universeller Anwendbarkeit. Am Beispiel der Zwillinge wird sichtbar, wie sich das Schicksal auf die Entwicklung und Moralvorstellungen auswirkt. Das Erzählen der Jungen führt zu einem Schwanken zwischen Abscheu vor dem Beschriebenen und Faszination für das „Wie“ des Dargestellten.

DIE AUTORIN
Ágota Kristóf (1935–2011), aufgewachsen in Kőszeg an der österreichisch-­‐ungarischen Grenze, floh nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes 1956 mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in die Schweiz nach Neuenburg. Dort arbeitete sie in einer Uhrenfabrik, erlernte die ihr bis anhin fremde Sprache und begann auf Französisch ihre Kindheitserinnerungen niederzuschreiben. Daraus entstand 1987 der Antikriegsroman „Das grosse Heft“. In ihren Werken spiegelt sich das Drama von Emigration, Entwurzelung und Einsamkeit. Der Verlust der Kindheit, der Familie und der Heimat durch den Krieg, die Flucht und ihre Folgen waren ihre Lebensthemen. Das Schreiben wurde für sie und ihre Romanfiguren zum Versuch, den Schmerz auszuhalten und das Leben zu bewältigen.

DAS GROSSE HEFT ist ein Musiktheater über Einsamkeit und Entwurzelung, Gewalt und Grausamkeit, über Ágota Kristóf und ihre Biografie, mit Kompositionen von György Kurtág, Béla Bartók und traditioneller Volksmusik aus Rumänien und Ungarn.

MUSIK
György Kurtág: Kafka-­Fragmente
Béla Bartók: 44 Duos für zwei Violinen, Sz. 98, BB 104 und Sechs rumänische Volkstänze, Sz. 56, BB 68
Traditionelle Volksmusik aus Ungarn und Rumänien

Artistes

Mit Vera Kardos, Irina Ungureanu / Stimme: Hannes Rudolph, Isabelle Menke / Konzept, Regie: Astride Schlaefli

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