Kit Armstrong, Klavier
Gibt es die ideale Form des Musizierens? Kit Armstrong ist sich sicher: Es ist die Kammermusik. „Mein Ideal ist das Zusammenkommen wandlungsfähiger Solisten, die ihre verschiedenen, mal hervortretenden, mal begleitenden, beistehenden und stets spannungsstiftenden Rollen zu spielen wissen“, sagt der Weltenbürger. Alfred Brendel nannte ihn die größte musikalische Begabung, der er in seinem ganzen Leben begegnet sei.
Kit Armstrong gehört nicht nur zu den besten Pianisten unserer Zeit, er ist auch Organist, Komponist und Dirigent.
Goethe-ähnliches Multitalent
Kaum ein anderer junger Künstler ist auf derart vielen Gebieten versiert und universell ausgebildet wie er. Neben seiner musikalischen Ausbildung bei Alfred Brendel studierte Armstrong Physik an der California State University, Chemie und Mathematik an der University of Pennsylvania und absolvierte seinen Master in Mathematik an der Universität von Paris. Der vielsprachige Künstler ist in der musischen Welt ebenso zu Hause wie in der Naturwissenschaftlichen.
Als Pianist konzertiert er heute in Sälen wie dem Musikverein Wien, dem Amsterdamer Concertgebouw, der Berliner Philharmonie, der NHK Hall in Tokio oder dem Palais des Beaux-Arts in Brüssel. Er trat mit den Wiener Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhaus-Orchester Leipzig sowie dem NHK Symphony Orchestra auf.
Ein Denker am Klavier, der Musik als geistiges Universum begreift
Kit Armstrong verbindet höchste Virtuosität mit einer außergewöhnlichen intellektuellen Durchdringung der Werke, die er oft auswendig analysiert, historisch kontextualisiert und dramaturgisch neu beleuchtet. Der vielfach ausgezeichnete Pianist ist bekannt dafür, Programme mit konzeptioneller Tiefe zu gestalten und Musik vom 16. bis zum 21. Jahrhundert in überraschende gedankliche Zusammenhänge zu stellen. Die New York Times feierte ihn als „brillanter Pianist, der musikalische Reife und jugendliche Kühnheit in seinem exzeptionellen Spiel verbindet“. Alfred Brendel, der Kit Armstrong seit 2005 als Lehrer und Mentor begleitet hat, schreibt ihm „Verständnis der großen Klavierliteratur als eine Einheit von Gefühl und Verstand, Frische und Verfeinerung“ zu. Die einzigartige Beziehung zwischen Armstrong und Brendel wurde in dem Film des britischen Regisseurs Mark Kidel „Set the Piano Stool on Fire“ festgehalten.