Heute gilt die Lobotomie als fataler Irrtum der Medizin. Mitte des 20. Jahrhundert verfielen jedoch zahlreiche Chirurgen der Idee, den Wahnsinn mit einem Schnitt ins Gehirn beheben zu können. Das Ergebnis? Psychisch kranke Menschen wurden ruhig gestellt, ohne deren Leiden auch nur annähernd zu heilen. Trotzdem gewann die Lobotomie schnell an Beliebtheit, sodass immer mehr Menschen zum Opfer des Experiments wurden. In «Marleen» und «Vier Seiten Leben» erkunden die Autorinnen Ina Boesch und Dorothee Kohler die seelischen, psychischen und körperlichen Leiden, die ihre Tanten aufgrund brutaler Behandlungsmethoden erleiden mussten und werfen einen kritischen Blick auf die Medizingeschichte des 20. Jahrhunderts. Moderation: Marietta Meier.
Barbara Korp, Gewinnerin des Schreibwettbewerbs «VorSatz», liest zu Beginn der Veranstaltung ihren Text.