Während einer Schreibklausur im Yukon (Nordwest Kanada) fällt dem preisgekrönten nordamerikanisch-indigenem Autor Drew Hayden Taylor (Ojibway, Curve Lake Nation, Kanada) die große Anzahl deutscher Touristen auf. Sie bekunden allesamt, auf der Suche nach dem „echten Indianerleben“ in den Yukon gekommen zu sein. Drew Hayden Taylors Neugier war geweckt. Denn alle befragten Touristen beriefen sich auf die gleiche Inspirationsquelle: die Abenteuer des Häuptlings Winnetou erzählt von Karl May. Um seine Neugier zu stillen und um herauszufinden, was es mit diesem ominösen Häuptling und der deutschen Begeisterung für „Indianer“ auf sich hat, begibt sich Drew Hayden Taylor auf eine Forschungsreise nach Deutschland. Das Resultat ist der 2018 veröffentlichte Dokumentarfilm Searching for Winnetou. In diesem genauso kritischen wie humorvollen Resümee seiner Reise erkundet der Autor die Hintergründe der deutschen Faszination für einen „indianischen Lebensstil“, der nur sehr bedingt dem entspricht, was er selber kennt.
Der Filmvorführung (Originalton mit deutschen Untertiteln) folgt eine Diskussion rund um die Frage Was beinhaltet eigentlich ‚kulturelle Aneignung“? Themen wie Kostümierung, Verkleidung, Bedeutung von nordamerikanisch-indigener traditioneller Bekleidung und die Bewegung „My Culture is Not Your Costume“ werden dabei Leitmotiv sein. Moderiert wird der Abend von Dr. Nina Reuther, Musikethnologin, Kulturenwissenschaftlerin und Co-Organisatorin von INDIGEN: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL.
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