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Programm
"Das Geheimnis des Lebens ist das Leben selbst"
Rosa Luxemburg lebte von 1871-1919. Jemand hat mal gesagt, sie sei in Deutschland eine der "unbekanntesten Bekannten". Man kennt sie vor allem als Politikerin, aber das reduziert sie ungemein. In diesem Programm geht es nicht um ihre Politik, sondern um den Menschen, um die Frau Rosa Luxemburg. Wir haben Auszüge aus Luxemburgs "Briefen aus dem Gefängnis" verwoben mit der großartigen Klaviermusik der Komponistin Dora Pejačević, einer österreichisch-ungarischen Gräfin, deren Musik gerade wiederentdeckt wird. Pejačević lebte von 1885-1923, Luxemburg und Pejačević waren also Zeitgenossinnen. Sie kannten sich, sie schätzen sich und sie sind sich auch persönlich begegnet.
Programmreihenfolge
Chrysanthemen Op. 19 (kurzes Anspiel)
Intro
- Erinnerung Op. 24
- Lesung 1
- Das 2. Nocturne aus Zwei Nocturnes Op. 50
- Lesung 2
- Vor deinem Bilde aus Zwei Klavierskizzen Op. 44
- Lesung 3
- Impromptu Op. 9 (a)
- Lesung 4
- Das 1. Nocturne aus Zwei Nocturnes Op. 50
- Lesung 5
- Walzer-Capriccio II Op. 28
- Lesung 6
- Schneeglöckchen aus Blumenleben Op. 19
- Lesung 7
- Rote Nelken aus Blumenleben Op. 19
- Lesung 8
- Veilchen aus Blumenleben Op. 19
- Umzug von Rosa Luxemburg von der Festung in Wronke in ein Gefängnis in Breslau
- Lesung 9
- An Dich aus Zwei Klavierskizzen Op. 44
- Lesung 10
- Adagio aus der Sonate Op. 57
- Lesung 11
- Allegro con fuocco aus der Sonate Op. 57
- Lesung 12
- Andante espressivo aus der Sonate Op. 57
- Lesung 13
- Berceuse Op. 2
- Lesung 14
- Trauermarsch Op. 14
- Lesung 15
- Klage Op. 17
- Lesung 16
- Lilien aus Blumenleben Op. 19
Outro
- Chrysanthemen aus Blumenleben Op. 19
Dauer: ca. 65 Minuten - Änderungen vorbehalten.
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Was hat uns zu dieser musikalischen Lesung bewegt?
Bei unserer Beschäftigung mit Dora Pejacevic und Rosa Luxemburg haben wir viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Beide waren zu ihrer Zeit außergewöhnlich gebildete und politische Frauen und beide hatten einen starken Freiheitsdrang. Sie ergänzten sich auch deshalb, weil ihre Charaktere in ähnlicher Weise komplex, spannungsvoll und facettenreich waren. In einem Moment findet man strahlende Heiterkeit, im nächsten bleierne Schwere. Poesie und Zartheit wechseln schnell in Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Oft fanden wir auch in einem einzigen Brief von Rosa Luxemburg oder in einer einzigen Komposition von Dora Pejačević alles gleichzeitig. Und nicht zuletzt starben beide jung und unter dramatischen Umständen. Die hier vorgestellten Briefe wurden zwischen Mai und Dezember 1917 geschrieben, ein Ausschnitt stammt aus einem Brief vom Mai 1918. Nicht alle werden in chronologischer Reihenfolge gelesen.
Huijing Han zählt zu den vielseitigsten Pianistinnen ihrer Generation. Die in Shanghai geborene Künstlerin verbindet technische Brillanz mit tiefer Ausdruckskraft und bewegt sich souverän zwischen klassisch-romantischem Repertoire und zeitgenössischen Crossover-Projekten - als Solistin ebenso wie als gesuchte Kammermusikpartnerin.
Ulrike Hübschmann studierte an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Rostock und Berlin. Es folgten Engagements am Berliner Ensemble, dem Ernst Deutsch Theater Hamburg und weiteren Bühnen. Darüber hinaus ist sie als vielgefragte Hörspiel- und Hörbuchsprecherin tätig und wurde mehrfach für den Deutschen Hörfilmpreis nominiert und ausgezeichnet.&a&am