„Are Women People?“ ist eine Liedperformance über Zuschreibungen, Rollenbilder und den Blick auf Frauen – damals wie heute. Ausgangspunkt des Abends sind die Stimmen vieler Frauen aus sozialen Medien, Literatur und persönlichen Erfahrungsräumen. In einem musikalischen Dialog reagieren Komponistinnen auf diese Stimmen: reflektierend, ironisierend und sich zur Wehr setzend. Aus unterschwelliger Aggression wird Konfrontation, aus Hasskommentaren entsteht Liebeslyrik, statistische Realität wird zu „female power“
Der Titel verweist auf die Gedichtsammlung „Are Women People?“ der Suffragette Alice Duer Miller aus dem Jahr 1915. In direktem Zusammenhang mit dem Kampf um das Frauenwahlrecht schrieb sie diese Gedichte als Antworten auf öffentliche Aussagen, die Frauen Gleichwertigkeit, Unabhängigkeit und selbstbestimmtes Handeln absprachen. Mehr als hundert Jahre später scheinen große Schritte in der Gleichberechtigung gemacht worden zu sein. Dennoch sind viele Frauen weiterhin Anfeindung, Kategorisierung und Diskriminierung ausgesetzt – sei es durch Kommentare über Aussehen, Lebensentwürfe oder durch festgeschriebene Rollenbilder. Der beschränkende Blick von außen ist nach wie vor präsent und kann in psychische oder physische Gewalt münden.
In „Are Women People?“ werden diese Spannungen künstlerisch aufgegriffen. Das Programm macht die Stimmen vieler Frauen hörbar und thematisiert zentrale Fragen von Zuschreibungen, Erwartungen und Ungleichbehandlung. Es eröffnet einen Raum, in dem Frauen ihre Perspektiven, Erfahrungen und Selbstbestimmung ins Zentrum stellen. Das Duo Carlotta Lipski - Förderpreisträgerin der Stadt Konstanz (Mezzosopran) und Magdalena Wolfarth (Klavier), Gewinnerinnen des Nachwuchspreises beim 1. Josephine-Lang-Wettbewerb, nutzt seine künstlerische Arbeit, um gesellschaftlich relevante Themen musikalisch zu verhandeln. In „Are Women People?“ wird dabei auch das eigene Frausein zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung.