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Programm
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621, Niederlande): Variationen über „Mein junges Leben hat ein End“, SwWWV 324
Joseph Haydn (1732–1809, Österreich): Sonate G-Dur, Hob. XVI:39
Johannes Brahms (1833–1897, Deutschland): Drei Intermezzi, op. 117
Alban Berg (1885–1935, Österreich): Sonate, op. 1
George Benjamin (geb. 1960, Grossbritannien): Fantasy on Iambic Rhythmca.
Änderungen vorbehalten.
Werkebeschreibung
Sweelincks Variationen über das melancholische weltliche Lied „Mein junges Leben hat ein End“ zählen zu den bedeutendsten Tastenwerken des frühen Barock. Der als „Orpheus von Amsterdam“ verehrte Komponist entfaltet über sechs Variationen einen reichen Klangraum zwischen spätrenaissancer Polyphonie und beginnender barocker Figuration. Haydns dreisätzige Sonate G-Dur aus seiner späten Schaffensphase verbindet heiteren Witz mit kompositorischer Raffinesse: Einem beweglichen Kopfsatz folgt ein gesangliches Adagio, bevor ein federleichtes, funkelndes Prestissimo-Finale mit deutlichem Scarlatti-Anklang den Satz beschließt. Die 1892 entstandenen Drei Intermezzi op. 117 gehören zu Brahms' introspektivsten Klavierwerken. Der Komponist selbst nannte vergleichbare Stücke seine „Wiegenlieder meiner Schmerzen“ – zarte Lyrik und dunklere, klagende Untertöne wechseln einander ab. Alban Bergs einziges mit Opuszahl versehenes Klavierwerk entstand 1907/08 als Studienarbeit bei Arnold Schönberg. Der einsätzige Satz in h-Moll bewegt sich zwischen spätromantischer Harmonik und den Keimzellen der Atonalität – von leiser Unruhe über dramatische Zuspitzung zu einem stillen Verklingen. George Benjamins 1985 komponierte Fantasy on Iambic Rhythm nimmt den kurz-lang gestalteten „iambischen“ Rhythmus als Ausgangspunkt für ein facettenreiches, oft hochvirtuoses Klangspiel. Eine ruhige, weiträumige Melodie unterbricht das Geschehen an einem Höhepunkt, bevor das Stück in einem jubelnden Schluss mündet – ein Brücke von der Klaviermusik des frühen 20. Jahrhunderts in die Gegenwart.
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Ariel Lanyi, Klavier
„Seine Klarheit – harmonische Nuancen feingfühlig beleuchtet, Rhythmen klar herausgearbeitet, Klangfarben variiert – ist ausserordentlich. Kunstvoll phrasiert, wunderbar gefärbt.“ Gramophone
Ariel Lanyi gehört zu den eigenwilligsten und tiefgründigsten Pianisten seiner Generation. In Jerusalem geboren, in London ausgebildet, verbindet er pianistische Brillanz mit einem dezidiert musikalischen Denken – geprägt von einer tiefen Verwurzelung in den Werken Haydns, Beethovens und Schumanns. Sein Spiel überzeugt nicht durch Effekt, sondern durch Klarheit, analytische Schärfe und emotionale Wahrhaftigkeit. 2021 gewann er den 3. Preis beim Leeds International Piano Competition (Brahms-Konzert Nr. 2 mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Andrew Manze) sowie die Preise beim Young Classical Artists Trust London und der Concert Artists Guild New York. 2023 erhielt er den mit 50.000 CHF dotierten Prix Serdang – ausgewählt von Rudolf Buchbinder persönlich, der sich besonders von Lanyis Interpretation der Beethoven-Sonate „Hammerklavier“ beeindruckt zeigte. Ebenfalls 2023 wurde er von Classic FM als „Rising Star“ ausgezeichnet sowie mit dem Rising Stars Award der Stadt Mönchengladbach geehrt.
Über viele Jahre hinweg spielte er zudem regelmässig Alfred Brendel vor, bis kurz vor dessen Tod im Jahr 2025 - eine prägende künstlerische Mentorschaft. Ariel konzertiert regelmässig mit renommierten Orchestern wie dem Mozarteumorchester Salzburg und dem Mahler Chamber Orchestra. Solorezitale führen ihn in die Wigmore Hall, die Fundacion Juan March Madrid, den Kissinger Sommer, die Alte Oper und das Marlboro Music Festival.