STABAT MATER X2 - Passionskonzert

STABAT MATER X2 - Passionskonzert

J. B. Wanhal - Stabat mater f-Moll & T. Traetta - Stabat mater e-Moll (Münchner Fassung)

domenica, 29. marzo 2026
2026-03-29 17:00:00 2026-03-29 18:40:00 Europe/Zurich STABAT MATER X2 - Passionskonzert J. B. Wanhal - Stabat mater f-Moll & T. Traetta - Stabat mater e-Moll (Münchner Fassung) Französische Kirche
 
Apertura porte 16:15
Inizio 17:00
Fine 18:40
 
Französische Kirche
Zeughausgasse 8
3011 Bern
Svizzera
 
Visualizza mappa
Sito internet dell'organizzatore

Acquista biglietti

Twint MasterCard Visa ApplePay GooglePay American Express PostFinance PayPal

Giovanni Battista Pergolesis berühmtes "Stabat mater" aus seinem Todesjahr 1736 löste eine enorme Begeisterung in religiösen und musikalischen Kreisen aus und inspirierte zahlreich spätere Komponisten zu Nachahmungen, um auch der grossen Nachfrage nach Kompositionen dieser Gattung gerecht zu werden. 

Wie Johann Sebastian Bach setzten sich im Laufe des 18. Jh. weitere Komponisten mit Pergolesis Vorlage auseinander. Einer davon war der aus Ostböhmen stammende Johann Baptist Wanhal, Jan Křtitel Vaňhal in der tschechischen Schreibweise, (1739 - 1813). 1761 kam er mit Unterstützung der Gräfin Schaffgotsch nach Wien, wo er Unterricht bei Carl Ditters von Dittersdorf erhielt. Von 1769 bis 1771 hielt er sich in Italien auf, wo er unter dem Einfluss von Florian Leopold Gassmann mit der Komposition von Opern begann. Danach folgten kurze Aufenthalte in Kroatien und Ungarn. 1780 liess sich Wanhal endgültig in Wien nieder. Wanhal komponierte zahlreiche Instrumentalwerke, u.a. Sinfonien und Konzerte, und viel Kammermusik (Sonaten, Trios, Quartette etc.). Zu seinen geistlichen Kompositionen gehören rund 58 Messen, Litaneien, mehrere Salve Regina und Motetten sowie das «Stabat Mater» und ein «Te Deum». Das kaum bekannte rund 45-minütige «Stabat Mater» ist ein Meisterwerk. Es besteht aus einzelnen Nummern für Sopran und Alt soli und aus Duetten für beide Stimmen. Ähnlich wie bei Pergolesi lässt es sich nur solistisch oder mit Einbezug eines Frauenchors aufführen, wie in unserem Fall. Die einzelnen Solo-Arien sind teilweise sehr virtuos geführt. Mit derselben Anzahl von Sätzen, der gleichen Tonart f-Moll und der Besetzung nur für Frauenstimmen und Streicherbesetzung sind die Anlehnungen an Pergolesi frappant. 

Tommaso Traetta (1727 - 1779) studierte in Neapel bei Nicola Porpora, Leonardo Leo und Francesco Durante und gehörte wie diese der berühmten "Neapoletanischen Schule" an, die auf ganz Europa ausstrahlte. 1751 verfasste Traetta seine erste Opera seria «Il Farnace», die sofort erfolgreich war. 1758 erhielt er den Posten als Hofkapellmeister und Gesangslehrer am Hofe des Herzogs Filippo da Borbone von Parma, des Infanten von Spanien, wo er die Sopranistin Caterina Gabrielli kennenlernte, mit der ihn eine lebenslange und äusserst erfolgreiche Zusammenarbeit verband. Viele seiner weiblichen Hauptrollen entstanden für sie. Mit dem Tod seines Förderers, des Herzogs von Parma, liess die finanzielle Unterstützung der Oper am Hofe nach und Traetta orientierte sich neu. Sein Name war mittlerweile in ganz Europa bekannt, v.a. als Opernkomponist, was ihm Aufträge aus Turin, Wien und Mannheim einbrachte, die mit entsprechenden Reisen verbunden waren. Traetta trat nun eine Anstellung in Venedig als Direktor des Ospedaletto (1766) an, einem jener berühmten Waisenhäuser mit hochstehender musikalischer Ausbildung in der Lagunenmetropole. Wenige Jahre darauf erfolgte die Berufung auf die prestigeträchtige Position als Hofkapellmeister am Hofe von Katharina II. (der Grossen) in St. Petersburg (1768-74). Aus gesundheitlichen Gründen siedelte er danach nach London über, wo seine Opern jedoch nicht Fuss fassen konnten. Krank und geschwächt kehre er 1777 nach Venedig zurück, wo er zwei Jahre später verstarb. 
Die erste Fassung des «Stabat Mater» entstand um 1750 noch in Neapel, die hier aufgeführte zweite Fassung komponierte Traetta 1767 in München. Diese zweite Fassung wurde erst 1994 wieder neu entdeckt. In München lernte Traetta zudem den Komponisten C.W. Gluck kennen, woraus eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit entstand. Während die Jugendfassung des «Stabat mater» zwar bereits für gemischte Stimmen komponiert war, waren die Solopartien mehrheitlich noch auf die beiden Frauenstimmen Sopran und Alt fokussiert. In der späteren Fassung werden die Männerstimmen Tenor und Bass solistisch aufgewertet und den Frauenstimmen gleichberechtigt an die Seite gestellt. Ist die Frühfassung 7-sätzig, so ist die reife Fassung 9-sätzig. Die Grundtonart ist bei beiden Versionen e-Moll. Insgesamt merkt man der Münchner Fassung die kompositorische Reife und Tiefe des Ausdrucks des zum Zeitpunkt der Komposition gestandenen und erfahrenen Komponisten an.

Artisti

Anne-Sophie Perrin (S), Christina Daletska (A), Almas Zhalgasbek (T), Serguei L. Afonin (B), Canto Classico & Orchestra Classica, Willi Derungs (Ltg.)

Attendere Prego...