TEXTUR 2026 - Polia potente

TEXTUR 2026 - Polia potente

Ein Traum im Traum, eine geheimnisvolle Liebesreise und eines der rätselhaftesten Bücher der Renaissance: Die Hypnerotomachia Poliphili wird zur Grundlage eines musikalisch-szenischen Dialogs zwischen Klang, Text und Bild.

Calendar sabato, 31. ottobre 2026
Add to calendar 2026-10-31 17:00:00 2026-10-31 18:00:00 Europe/Zurich TEXTUR 2026 - Polia potente Ein Traum im Traum, eine geheimnisvolle Liebesreise und eines der rätselhaftesten Bücher der Renaissance: Die Hypnerotomachia Poliphili wird zur Grundlage eines musikalisch-szenischen Dialogs zwischen Klang, Text und Bild. St. Margarethenkirche
 
Apertura porte 16:30
Inizio 17:00
Fine 18:00
 
Location St. Margarethenkirche
St. Margarethen 6
4102 Binningen
Svizzera
 
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Konzert

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Die „Hypnerotomachia Poliphili”, 1499 in Venedig von Aldus Manutius gedruckt, ist eines der rätselhaftesten Bücher des 15. Jahrhunderts – ein visionärer Roman von aussergewöhnlicher erzählerischer und visueller Kraft, zugleich ein Meilenstein der Buchgeschichte.

Die Handlung folgt Poliphilo auf einer symbolischen Liebesreise durch einen Traum im Traum, auf der Suche nach der Nymphe Polia. Die labyrinthische Struktur, die überbordende Fülle an naturkundlichen und architektonischen Details sowie die berühmten perspektivischen Holzschnitte – revolutionär für ihre Zeit – erzeugen eine beinahe psychedelische Bildwelt. Zugleich wirft das Werk für seine Epoche erstaunlich moderne Fragen auf: Vermutlich vom Dominikanermönch Francesco Colonna verfasst, verbindet es heidnische Mythologie, Sinnlichkeit und spirituelle Allegorie. Die Figur der Polia, zunächst stumme Projektionsfläche männlichen Begehrens, gewinnt im Verlauf der Erzählung eine eigene Stimme und öffnet einen Reflexionsraum über weibliche Selbstbestimmung.


Das Projekt Polia Potente übersetzt diese Geschichte in eine musikalisch-szenische Form und verbindet Klang, Text und Bild. Die Musik des Programms – sie spielt im Roman selbst eine zentrale Rolle – greift auf die frühesten venezianischen Musikdrucke zurück, insbesondere auf Ottaviano Petruccis Frottola-Sammlungen (1501–1504). Dieses weltliche polyphone Genre, Vorläufer des Madrigals, fungiert hier als emotionaler und dramaturgischer Kommentar zur Erzählung. Ergänzt wird das Repertoire durch Werke von Komponisten wie Alexander Agricola, deren kunstvolle Polyphonie die Raffinesse der frühen Instrumentalmusik um 1500 hörbar macht.

Artemis Consort

Interpretin dieses Konzepts ist das Artemis Consort, bestehend aus vier auf Renaissance-Musik spezialisierten Musikerinnen, die sich an der Schola Cantorum Basiliensis kennengelernt haben: Emma-Lisa Roux (Laute, Sopran), Liane Sadler (Renaissance-Querflöte), Maya Webne-Behrman (Renaissance-Violine und Viola d’Arco) und Carolin Margraf (Renaissanceharfe, Leitung). In Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Silvia Fabiani entsteht ein immersiver Bühnenraum aus Licht, Projektion und Bewegung. Visuelle und klangliche Ebenen verschmelzen zu einem gemeinsamen Erzählstrom und lassen das Publikum unmittelbar in Poliphilos Traumwelt eintauchen.

 

Artisti

Ensemble Artemis Consort / Silvia Fabiani

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